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Informationen zu Reagenzgläsern

Bei einem Reagenzglas handelt es sich um einen nach oben geöffneten Glasbehälter. Dieser Behälter ist auch unter dem Namen „Eprouvette“ (französich: éprouver = prüfen) oder „Probierglas“ bekannt. Bei Bedarf kann die obere Öffnung eines Reagenzglases mithilfe von Kunststofffolien, Kork- Gummi- oder Kunststoffstopfen oder Aluminium-Kappen verschlossen werden. Oftmals wird ein Reagenzglas aus Glas mit einem geringen thermischen Ausdehnungskoeffizienten (ein Bespiel für ein solches Glas ist das Duran-Glas des Produzenten Schott oder das Pyrex-Glas des Produzenten Corning) hergestellt. Glasbehältnisse, welche in oder über einer Flamme (in der Regel über einem Bunsenbrenner) erhitzt werden sollen, sind oftmals dünnwändig, um einem Glasbruch durch thermische Spannung vorzubeugen. Jedoch gibt es auch dickwandigere Gläser aus feuerfesten Material. Die Größe von Reagenzgläsern kann variieren (ca. 2 bis 20 cm Länge, Durchmesser zwischen 0,6 und 3 cm). Die Standardgröße in einem chemischen Labor liegt bei einer Länge von 16 cm und einem Durchmesser von 16 mm. Diese Produktionsweise gewährleistet, dass das Reagenzglas auch bei einer starken Erhitzung schnell wieder abgekühlt werden kann, ohne dass das Glas zerspingt oder es zu anderen Schäden kommt. Primär werden Reagenzgläser in Laboratorien eingesetzt für Untersuchungen, dem Herbeiführen von chemischen Reaktionen oder zur Aufbewahrung von kleinen Flüssigkeitsmengen. Im Handel kostet ein Reagenzglas in der Standardgröße von 16 cm circa 10 Cent, wobei der Preis auf Grund des verwendeten Materials oder der gewählten Variation unterschiedlich ausfallen kann. Beispielsweise können Gläser mit einem runden, einem konischem oder einem geraden Boden oder mit Bördel- oder geradem Rand erworben werden. So kostet beispielsweise ein Reagenzglas aus Braunglas mit Normschliff und Olive zwischen 3 Euro und über 10 Euro. Bei der Nutzung eines Reagenzglases in einem Labor, wird das Reagenzglas aus Sicherheitsgründen oftmals mit einem Reagenzglashalter fixiert. Ein solcher Halter ist optisch vergleichbar mit einer längeren Wäscheklammer aus Holz und mit einer Metallfeder. Jedoch gibt es auch bei dem Reagenzglashalter unterschiedlichste Ausführungen. So gibt es aus Draht gebogene Halter, welche aus zwei in einem hölzernen Griff eingelassene flache Federstahlzungen oder einer Metallklammer mit einem Holzgriff bestehen. Die Anwendung eines Reagenzglases wird insofern umgesetzt, als dass der Laborant ein Reagenzglas mit dem Mittelfinger am Handballen festklemmt und dann mit Daumen und Zeigefinger den Drehverschluß oder Schliffstopfen einer Reagenzien­flasche öffnet und festhält. Auf diese Weise kann Flüssigkeit in das Glas gefüllt werden, ohne das dieses abgelegt werden muss (dies könnte eine Verunreinigung hervorrufen). Grundsätzlich können auch pulverförmige und nichtklumpende Substanzen in das Reagenzglas gefüllt werden. Um hier eine bestmögliche Dosierung zu erzielen, tippt der Laborant beim Einfüllen mit dem Zeigefinger, der die Flasche hält, gegen das Glas. Aus Sicherheitsgründen (primär um Verbrennungen oder Verbrühungen des Gesichts auf Grund des Siedeverzugs zu vermeiden) wird die Öffnung des Reagenzglases nie während eines Versuchs zum Gesicht gerichtet. Auch wird der Erhitzungsvorgang immer wieder unterbrochen, so dass ein Überschwappen der Flüssigkeit und / oder Verbrennungen auf Grund des heißen Glases ausgeschlossen werden können. Wenn Reagenzgläser gerade nicht gebraucht werden, werden sie oftmals in Reagenzglaskästen (auch bekannt als Reagenzglasständer oder Reagenzglasgestell) deponiert.