Monthly Archives: November 2016

Der Siegeszug des Biofleisch

Wie biologisch erzeugtes Fleisch den Spagat zwischen profitorientierter Landwirtschaft und schlechtem Gewissen schafft

Der Konsum von Fleisch ist wegen mehreren aktuellen Gründe heute in der Kritik. Die industrielle Massentierhaltung bringt schwere Nachteile mit sich, die in der kritischen Meinung von tierethisch bewussten Menschen und Klimaforschern schreckliche Auswirkungen haben können. Neben der exzessiven Belastung der Luft durch das Treibhausgas Methan und die Überanstrengung des landwirtschaftlich nutzbaren Bodens durch die riesigen Güllemengen tritt auch das Tierwohl heutzutage in den Fokus, wenn sich der Verbraucher über die Herstellungsbedingungen seines Steaks Gedanken macht. Doch wie kann man in einer dynamischen Ökonomie wie der deutschen, in der der kapitalistische Zwang zur Profitmaximierung vorherrschend ist, Verbesserungen für die Tiere und den Planeten auch im Hinblick auf Nachhaltigkeitsüberlegungen schaffen?

susisfarmEin gangbarer Weg ist die Landwirtschaft nach Bio-Kriterien. Einmal davon abgesehen, dass einheitliche Standards für die Erzeugung von Biofleisch noch weltweit durchgesetzt werden müssen, kann man doch einige Richtlinien herausarbeiten, die der biologischen Viehzucht gemein sind. Zum einen sind die besseren Bedingungen für die Tiere in der Produktion von Biofleisch zu nennen. Es macht für das Schwein eben doch einen Unterschied, ob es einige Stunden am Tag die Sonne sehen kann, oder ob es ein paar Quadratmeter mehr Platz hat, als in einem konventionellen Betrieb. Auch ist die zurückhaltende Verwendung von Antibiotika und anderen chemischen Nahrungsmittelzusätzen positiv für die Tiere und die Endkonsumenten.

Doch auch ohne Bio zertifizierung gibt es in Deutschland einige Landwirtschaftsbetriebe die nachhaltig und mit Respekt für das Tier produzieren. Futter das direkt vor Ort angebaut wird, freie Haltung und eine artgerechte Tierhaltung gibt es zum Beispiel auf Susisfarm.de. Auch hier kann man sicher sein das man gutes Fleisch erhält, weil ganz einfach die Haltungsbedingungen passen.

Daneben bietet die Produktion von Biofleisch auch für den Hersteller einige lukrative Spielräume. Mittlerweile gibt es in Deutschland einen wachsenden Markt für biologisch hergestelltes Fleisch und immer mehr liquide Menschen sind bereit höhere Preise für solche gewissenhafter hergestellte Produkte zu zahlen. Sie tun dies, da sie sich sicher sein können, dass es den Tieren nicht ganz so schlecht geht, wie in der konventionellen Landwirtschaft.

Ein zusätzlicher Vorteil der Erzeugung von Biofleisch im Gegensatz zur konventionellen Viehzucht ist die sparsamere Verwendung von Boden und die nicht ganz so stark konzentrierten Tierherden, die für die Umwelt leichter zu ertragen sind und vor allem nachhaltig betrieben werden kann.

In diesem Sinne ist der Konsum von Biofleisch dem von herkömmlich hergestelltem Fleisch eindeutig vorzuziehen, da er schonender für die Tiere und den Planeten ist.

Rechtsanwalt, Richter und Staatsanwalt

Gerichtssendungen und ihr Unterhaltungswert

Schon einmal Richter Alexander Hold, Richterin Barbara Salesch, oder Das Familiengericht im deutschen Privatfernsehen gesehen? Über viele Jahrzehnte hinweg bieten verschiedene Formate im hiesigen Sprachraum dem Interessierten Zuschauer fiktive oder nachgestellte Gerichtsprozesse als seichte und leicht verständliche Unterhaltung. Dem begeisterten Publikum gefiel dies zeitweise sehr gut. Es befeuerte das Interesse an juristischen Themen und Berufen. Doch egal ob Rechts- oder Staatsanwalt, Richterin oder Angeklagter, Zeuge oder besorgte Außenstehende – es kam bei den Geschichten vor allem auf eine gewisse Spannung und Besonderheit der Fälle an. Eine spezielle Rolle hat dabei immer der Rechtsanwalt des Angeklagten inne. Denn er, oder sie, findet sich häufig als der tapfere Held der Erzählung wieder, der alleine versucht gegen die Übermacht der erdrückenden Beweise ins Feld zu ziehen. Zugegeben, manchmal müssen sie auch tatsächlich schuldige Personen verteidigen und ihnen ihren anwältlichen Rat zukommen lassen. Aber auch diese Situation hat für den Rechtsanwalt und das Publikum ihren Reiz. Denn es ist eine enorme Herausforderung in der Justizmaschinerie das Beste für einen Mörder oder einen anderen Schwerkriminellen zu erreichen. Sehr oft erscheint der gerissene Staatsanwalt als der nicht immer fair spielende Gegenpart des Rechtsanwalts, quasi als Antiheld der Erzählung. Seine Aufgabe ist es, den Angeklagten zu überführen und mit möglichst hohen Strafen zu belegen. Dies kann ihm oder ihr auch schon einmal Gegensympathie des Publikums einbringen. Aber eigentlich lieben die Zuschauer genau diesen Schlagabtausch, wenn Staats- und Rechtsanwalt im Streitgespräch gegenseitig versuchen ihre jeweiligen Theorien zu entkräften, um das bestmögliche Ergebnis für ihre Seite zu sichern.

Doch wie wirkt sich das Schauen solcher Gerichtssendungen auf die Wahrnehmung von Gerichtsprozessen in der Realität aus? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Aber die reale Arbeit eines Rechtsanwalt spielt sich viel mehr hinter dem Schreibtisch bei der Recherche, Strategiebesprechung und bei der An- und Abreise zum jeweiligen Gericht ab. Dennoch kann der Schlagabtausch im realen Gerichtssaal genauso spannend, wie das Gegenstück im Fernsehen sein. Insbesondere dann, wenn wirklich etwas auf dem Spiel steht. In diesem Fall hat man hoffentlich den richtigen Anwalt parat.

Trotz diesem Unterschied zwischen Fiktion und Realität erfüllen Gerichtssendungen ihren Zweck – sie unterhalten in einer leichten Art und Weise, die trotzdem zum Nachdenken im wirklichen Leben anregen kann. Mit Sicherheit werden sie auch weiterhin in einem beschränkten Rahmen die Medienlandschaft mitprägen.